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Holzbau im Garten- und Landschaftsbau

In jedem Landschaftsgärtner kann auch ein bisschen von einem Zimmermann oder Schreiner stecken. Denn Holz wird neben Pflanzen, Beton und Naturstein für verschiedene Konstruktionen im Garten- und Landschaftsbau als Baustoff eingesetzt. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Holzzäune und Sichtschutzwände, sondern auch um Holzterrassen, Holzdecks oder Pergolen, die der Kunde vom Garten- und Landschaftsbauer hergestellt haben möchte. Auch wenn viele Holzarbeiten an Fachunternehmer wie Schreiner oder Zimmermann weiter vergeben werden, ist es wichtig, grundlegende Kenntnisse über Holzarten, bautechnischen Eigenschaften oder über Holzschutz zu besitzen.

Holz als nachwachsender Rohstoff
Holz ist ein natürlicher, nachwachsender Baustoff. Der Begriff „Holz“ bezeichnet den Teil eines Baumes, der von der Rinde (Borke und Bast) umschlossen ist. Über die Jahre können sich an einem Baum durch das Wachstum unterschiedliche Holzqualitäten entwickeln. Man unterscheidet Splint-, Kern- und Reifeholz. Das Splintholz besteht aus lebenden, aktiven Holzzellen, Kernholz hingegen aus toten Holzzellen. Splintholz ist feuchter und daher anfälliger gegenüber Pilz- oder Insektenbefall als Kernholz. Die verschiedenen Holzarten unterscheiden sich daher unter anderem in Bezug auf ihre Dauerhaftigkeit und Festigkeit. Im Außenbereich werden sowohl einheimische Nadel- und Laubhölzer als auch Tropenhölzer verwendet.

Die Verwendung von Tropenhölzern ist aus Gründen des Umweltschutzes jedoch kritisch zu betrachten. Ihr Einsatz sollte immer unter der Berücksichtigung des Schutzes eines einzigartigen Ökosystems abgewogen werden. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, Tropenholz zu verwenden, so ist darauf zu achten, dass nur Hölzer verwendet werden, die mit dem FSC-Zertifikat (FSC = Forest Stewardship Council) gekennzeichnet sind. Der FSC ist eine weltweit agierende Organisation, die für die verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung steht. Unter anderem gehören in Bezug auf die Waldbewirtschaftung die Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert und die Auswirkung auf die Umwelt zu den Prinzipien des FSC. Es gibt mit dem PEFC (Program for the Endorsement of Forest Certification Schemes) noch ein zusätzliches Zertifizierungssystem. Auch hier wurden Standards als Leitlinien festgelegt. Dazu gehört nachhaltige Waldbewirtschaftung mit verschiedenen Schwerpunkten wie die „Gesundheit und Vielfalt des Waldes oder biologische Vielfalt in Waldökosystemen“ (siehe Verwendung von Holz im Garten- und Landschaftsbau Seite 18). Aber auch bei der Verwendung von einheimischen Nadel- und Laubhölzer ist auf die Kennzeichnung von FSC oder PEFC aus ökologischen Gründen zu achten.

Mehr Informationen über den FSC oder PEFC findet Ihr unter www.fsc.de oder www.pefc.de.

 

Eigenschaften von Holz
Hölzer, die im Außenbereich verwendet werden, sind ständig den extremen Witterungseinflüssen wie Feuchte oderTemperaturwechsel ausgesetzt. Daher sind bei der Herstellung von Holzkonstruktionen die bautechnischen Eigenschaften der Hölzer zu berücksichtigen. So sind beim Einsatz im Außenbereich vorzugsweise Hölzer mit ausreichender Festigkeit, das heißt: Beanspruchung des Holzes bis zur Bruchgrenze und guter natürlicher Dauerhaftigkeit, zu verwenden. Hierzu zählt beispielsweise Robinie (Robinia pseudoacacia). Die Hölzer werden nach DINEN 350-2 in Dauerhaftigkeitsklassen unterteilt, die sich auf die „natürliche Resistenz“ der Hölzer gegenüber Witterungseinflüssen, holzzerstörenden Pilzen oder Insekten beziehen. So wird deutlich, wie lange ein Holz ohne zusätzliche chemische Behandlung genutzt werden kann. Unterteilt werden die gebräuchlichen Bauhölzer in fünf Klassen der natürlichen Dauerhaftigkeit. Von Klasse 1 – sehr dauerhaft, d. h. die Gebrauchsdauer im Außenbereich mit Erdkontakt beträgt mehr als 25 Jahre (Holzart: Tropenhölzer wie Teak (Tectona grandis ) oder Afzelia ( Afzelia bipindensis)) –
Bis Klasse 5 – nicht dauerhaft, Gebrauchsdauer weniger 5 Jahre (Holzart: Ahorn (Acer platanoides ), Birke (Betula pubescens ), Buche (Fagus sylvatica ) oder Esche (Fraxinus excelsior)).

Des weiteren werden Hölzer in drei Nutzungsklassen eingeteilt (nach DIN 1052). Hierbei wird die Einbaufeuchte des Holzes berücksichtigt und mit dem Einbauort abgestimmt, um Veränderungen und spätere Schäden der eingebauten Holzelemente aufgrund von Schwinden und Quellen zu minimieren. Holz ist „hygroskopisch“, d. h. das Holz kann Feuchtigkeit abgeben (schwinden) und aufnehmen (quellen).

Merke: Die Bezeichnung „arbeitendens Holz“ steht für die Volumenveränderung durch das Schwinden und Quellen des Holzes.

 

Holzschutz
Holz, das im Außenbereich eingebaut wird, ist zusätzlich zu schützen. Denn je nach Art des verwendeten Holzes (in Bezug auf seine Dauerhaftigkeit, Festigkeit oder Einbaufeuchte) können an natürlich belassenen Hölzern aufgrund von „biotischen“ oder „abiotischen“ Faktoren irreparable Schäden auftreten. Zu den „biotischen“ Faktoren zählen Pilze oder Insekten, zu den „abiotischen“ Faktoren die UV-Strahlung, Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Dies würde eine Verringerung der Lebensdauer der Holzkonstruktionen bedeuten. Wenn beispielsweise Hölzer mit einer geringen Dauerhaftigkeit in anstehenden Boden eingebaut werden, ist das Holz dauerhaft feucht. Das Wasser dringt tief in das Holz und dies kann im Boden nicht abtrocknen. Es entwickelt sich ein besonders guter Nährboden für Pilze und Moose, das dem Holz schaden wird.

Folgende abiotische und biotische Faktoren können Auswirkungen auf das Holz haben beispielsweise:

  • UV-Strahlung führt zur Vergrauung des Holzes
  • Feuchtigkeit
  • Führt allgemein zu Volumenveränderung des Holzes.
  • Zu viel Feuchtigkeit ist guter Nährboden für Pilze.
  • Zu viel Trockenheit kann Trockenrisse verursachen und so dem Eindringen von Insekten Tür und Tor öffnen.
  • Wiederholte Wechsel von trockener zu feuchter Umgebung (und umgekehr) können zu Verformungen führen
  • Pilzbefall führt zu Verfärbung des Holzes (Bläuepilz) oder Zersetzung des Holzes (Weißfäulepilz)
  • Insekten, z.B.Befall durch Käfer (Splintholzkäfer), deren Larven das Holz schädigen

Merke: Wenn die Fruchtkörper der Pilze am Holz sichtbar sind, dann ist das Holz bereits dauerhaft geschädigt.

Ziel von Holzschutzmaßnahmen ist die Verbesserung der Dauerhaftigkeit des Holzes, die Erhaltung der Konstruktion und der Optik des Holzes. Die holzzerstörenden Einflüsse müssen daher minimiert oder verhindert werden.

 

Konstruktiver Holzschutz
Hölzer sollten vorbeugend geschützt werden. Dieser Schutz wird unter anderem durch konstruktive Maßnahmen nach DIN 68800-Blatt 2-Holzschutz „Teil2: Vorbeugende bauliche Maßnahmen im Hochbau, 05/1996“ erreicht. Konstruktiver Holzschutz bedeutet zum einen, dass Hölzer nach ihren natürlichen Eigenschaften entsprechend verwendet werden, und zum anderen, dass Hölzer so konstruiert oder mit anderen Bauelementen kombiniert werden, dass die Lebensdauer der Hölzer positiv beeinflusst wird. Wichtig ist in erster Linie das schnelle Ablaufen von Regenwasser zu gewährleisten. An den Holzkonstruktionen darf keine Staunässe nicht entstehen. Das kann unter anderem durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

  • Holzteile sollten möglichst von allen Seiten belüftet sein. Dies begünstigt das bessere Abtrocknen der Holzteile
  • Konstruktionshölzer an den Ober- und Unterkanten sind dachförmig oder schräg auszuführen (30°-45°)
  • Verbindungen wie Schlitz- und Zapfenverbindungen, die nur mechanisch zusammenhalten sind zu vermeiden
  • Holzpfosten/Hirnholzflächen, die direkt der Witterung ausgesetzt sind, sollten abgeschrägt, zugespitzt, abgerundet, abgefast oder abgedeckt werden
  • Holz immer mit ausreichendem Abstand vom Erdreich einbauen, ca. 30 cm.
  • Direkten Einbau von Holzpfosten ins Erdreich vermeiden, mit Pfostenschuhen arbeiten oder Pfosten in ein Kies- oder Schotterbett einbinden
  • Holz- auf Holzkonstruktionen vermeiden! Holz auf Holz ist möglichst immer mit Abstand einzubauen. Dies gelingt beispielsweise durch Verwendung von Unterlegscheiben
  • Unterkonstruktionen von Terrassendielen sollten nicht direkt auf das Planum gelegt werden. Punktfundamente, Betonplatten oder Stelzenlager sind als Auflage zu bevorzugen.
  • Im Außenbereich ist gehobeltes dem sägerauen Material vorzuziehen, da hier das Niederschlagswasser besser ablaufen kann.
  • Schraubverbindungen sind möglichst mit V2A–Edelstahlschrauben herzustellen

Chemischer Holzschutz
Beim chemischen Holzschutz werden Hölzer mit Holzschutzmittel behandelt. Diese Holzschutzmittel haben schützende, bekämpfende oder gestalterische Funktionen. Chemischer Holzschutz wird zur Vorbeugung (nach DIN 68800-3) oder zur Bekämpfung (nach DIN 6800-4) gegen holzzerstörende Pilze oder Insekten eingesetzt. Aufgrund von unterschiedlichen Gefährdungen der Bauhölzer gegenüber einem möglichen Pilz- oder Insektenbefall werden Bauhölzer in Gefährdungsklassen (GK 0-5) nach DIN 68800-3 eingeteilt. Je nach Art der Gefährdungsklasse gelten unterschiedliche Anforderungen an die Holzschutzmittel und deren Einbringverfahren.

 

Holzschutzmittel
Ziel der Verwendung von Holzschutzmitteln ist die Verlängerung der Lebensdauer der Hölzer durch die unterschiedlichen Wirkstoffe in den Schutzmitteln. Unterschieden werden Beschichtungsstoffe, Holzschutzmittel, Lacke (der Einsatz im Außenbereich ist nicht zu empfehlen), Anstrichstoffe, Klarlacke und Lasuren. Die Mittel haben unterschiedliche Inhaltsstoffe und bestehen häufig aus einer Chrom-, Bor- und Kupferbasis. Es ist darauf zu achten, dass nur amtlich zugelassene Holzschutzmittel verwendet werden, die gesundheitlich unbedenklich und umweltverträglich sind. Holzschutzmittel werden unter anderem vom Institut für Bautechnik zugelassen und erhalten dann eine „Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung“, was v. a. bei tragenden Holzteilen relevant ist. Es gibt zusätzliche Prüfzertifikate, die dem Mittel einen „Wirksamen Schutz, gesundheitlich und ökotoxologische Unbedenklichkeit“ bescheinigen (vgl. Der Gärtner 4, Seite 264). Diese Stoffe sind mit dem RAL-Gütezeichen gekennzeichnet, das von der Gütegemeinschaft Holzschutzmittel e.V. vergeben wird. Der Einsatz der mit dem RAL-Gütezeichen gekennzeichneten Mittel sollte sich auf nicht-tragende Holzteile beschränken.

 

Verfahren
Es gibt verschiedene Imprägnierverfahren, um die vorgenannten Holzschutzmittel auf die entsprechenden Holzbauteile aufzubringen. Unterschieden werden:

  • Oberflächenschutz mit einer Eindringtiefe ins Holz von < 1mm (Streichen, Spritzen)
  • Randschutz mit einer Eindringtiefe von < 1mm (Tauchverfahren) oder
  • Tiefenschutz mit einer Eindringtiefe > 5mm bis hin zu mehreren Zentimetern (Kesseldruckverfahren).

Die Effektivität der Verfahren wird durch Faktoren wie Holzart, Gebrauchs-/ Gefährdungsklasse, Feuchtigkeit des Holzes oder dem verwendeten Holzschutzmittel selbst beeinflusst. Wichtig sind dabei folgende Überlegungen:

  • Beschichtungen jeder Art sollten erst ab einer Holzfeuchte von ca. 17 -. 20% durchgeführt werden. Vorher ist aufgrund der starken Feuchtigkeitsabgabe eine Beschichtung nicht sinnvoll (vgl. T. Sommerien, „Konstruktiver Holzschutz an Holzbauelementen im Freien“, Artikel NL Seite 44).
  • Dunkle Anstriche von Holzelementen sollte vermieden werden, da ihre Oberflächentemperatur in der Sonne stark ansteigt, was zu Trockenrissen führen kann.
  • Bevor chemische Holzschutzmaßnahmen durchgeführt werden können, müssen alle Arbeiten wie Fräsen, Hobeln oder Sägen abgeschlossen sein, da ansonsten die Beschichtungen beeinträchtigt werden.
  • Bei Rundhölzern sind Rinde und Bast vor der vorbeugenden chemischen Behandlung zu entfernen.

Im Allgemeinen werden im Garten- und Landschaftsbau Hölzer der Gefährdungsklassen GK 3 oder GK 4 (nach DIN 68800-3) zugeordnet (nach DIN EN 335 wird der Begriff Gefährdungsklasse durch Gebrauchsklassen ausgetauscht). Das bedeutet, dass „splintfreie Farbkernhölzer“ der natürlichen Dauerhaftigkeitsklasse 1 oder 2 (nach DIN 350-2) verwendet werden sollten, wenn auf chemischen Holzschutz verzichtet wird. Dabei handelt es sich um Hölzer wie Robinie, Eiche oder Teak. Ansonsten gelten, wie bereits beschrieben, besondere Anforderungen an Holzschutzmittel und deren Einbringverfahren.

 

Holzkonstruktionen im Garten- und Landschaftsbau
Holz ist ein Bauelement, das schon seit Jahrtausenden als Baustoff dient. Einfriedungen in verschiedenen Ausführungen, Carports, Pergolen, Spielgeräte, Sichtschutzwände oder Rankgitter sind einige Konstruktionen, die wir im Garten- und Landschaftsbau aus Holz herstellen. Sehr beliebt sind zurzeit auch Holzterrassen, Holzdecks, Möbel oder Pflanzgefäße, die besonders häufig im Privatgartensektor gefragt sind. Dabei werden vielfach bereits fertige Produkte geliefert und eingebaut, aber auch Planungen, Entwürfe von Landschaftsarchitekten umgesetzt. Der folgende Text bietet einen Einblick in die Verwendung von Holz als „Wegebelag“ und in Form von Einfriedungen.

 

Einfriedungen (Zäune und Sichtschutz)
Einfriedungen haben unterschiedliche Funktionen. Sie können zur Abgrenzung von Grundstücken, Trennung von Nutzungsbereich oder zur Absperrung gegen unbefugtes Betreten dienen. Sie können so als Lärmschutz, Sichtschutz, Windschutz, Schutz des Eigentumes und anderen Schutzfunktionen dienen. Die Höhen der Einfriedungen variieren. Generell sollte ein Zaun eine Höhe von 1,75 m haben, wenn er einen Sichtschutz gewährleistet. Darf die Einfriedung nicht Überstiegen werden so sind 2,00 m Zaunhöhe notwendig.

Achtung: Laut der Landesbauordnung NRW sind Einfriedungen über 2,00 m genehmigungspflichtig.

 

Normen und Richtlinien
Beim Bau von Einfriedungen müssen einige rechtliche Grundlagen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der Landesbauordnungen, Nachbarrechtsgesetz oder örtliche Bauvorschriften (z. B. Gestaltungssatzungen) berücksichtigt werden. Besonders in Bezug auf Grenzabstände und zulässige Bauhöhen sind die rechtlichen Grundlagen als Grundlage für die Planung und Ausführung heranzuziehen.

 

Zäune
Man unterscheidet rahmenlose und Rahmenzäune. Rahmenlose Zäune bestehen in der Regel aus Fundamenten, Pfosten, Querriegeln und Latten /Bretter. Bei Rahmenzäunen bilden Querriegel und Latten (Bretter) eine „Einheit“.

Dabei kann das Aussehen von Zäunen durch die spezifische Anordnung von Brettern, Latten und Querriegeln flexibel gestaltet werden. Beispiele dafür sind Bretter, Latten, Rund- oder Halbrundhölzer, die senkrecht an waagerecht verlaufenden Querriegeln befestigt werden. Dabei können die senkrechten Bretter, Latten, Rund- oder Halbrundhölzer auf einer Seite, beidseitig oder wechselseitig angeordnet werden. Die Abstände zwischen den Senkrechten können gleichmäßig oder ungleichmäßig sein, um ein lebhafteres Bild zu bieten. Eine andere Möglichkeit besteht in der waagerechten Anordnung von Brettern, Latten, Rund- oder Halbrundhölzern. Hier werden keine Querriegel eingebaut sondern die waagerechten Verstrebungen direkt an den Pfosten befestigt. Auch hierbei besteht die Möglichkeit die Waagerechten einseitig, beidseitig oder wechselseitig anzubringen. Eine diagonale Anbringung ist ebenfalls möglich.

Bei der Planung und beim Einbau von Zaunanlagen ist immer zu berücksichtigen, dass es zwei „Ansichtsseiten“ gibt. Wichtig ist vor allem, dass der Gesamteindruck passt und von beiden Seiten die beabsichtigte harmonische Optik erzielt wird.

Tipp: Eine senkrechte Anordnung von Latten und Brettern führt zu einer optischen Vergrößerung der Zaunhöhe. Wege- und Vegetationsflächen werden optisch verkürzt. Hingegen führt eine waagerechte Anordnung von Latten und Brettern dazu, dass die Zaunhöhe optisch herabgesetzt anmutet, Wege- und Vegetationsflächen werden optisch verlängert. (vgl. Verwendung von Holz im Garten- und Landschaftsbau Seite 122).

 

Sichtschutzzäune
Zäune, die als Sichtschutz dienen, werden hauptsächlich als Fertigelemente im Bausatzsystem gekauft und dann eingebaut. Es gibt eine Vielzahl von Formen und Kombinationsmöglichkeiten, wobei Sichtschutzzäune in zwei Gruppen eingeteilt werden. Zum einen sind dies Dichtzäune (eng gesetzte einzelne Bretter gewährleisten den Sichtschutz) und zum anderen Flechtzäune (Sichtschutzelemente als Rahmenkonstruktion mit geflochtenen Lamellen oder Brettern in verschiedener Anordnung). Alle Elemente müssen mit einem Abstand von ca. 10 cm zum Erdreich gesetzt werden (siehe auch konstruktiver Holzschutz). Da Sichtschutzelemente Windlasten aufnehmen müssen, sind die Stützenfüße in Betonfundamente zu verankern. Die Berechnungen der Qualität und Dimensionierung der Befestigungen erfolgen nach DIN 1055-4. Bodenhülsen zum Einschlagen ins Erdreich können für sehr hohe Wände möglicherweise nicht ausreichend sein, um große Lasten zu tragen. Sie sind daher nur für den Einsatz bei kleineren Elementen ratsam.

 

Wegebelag aus Holz
Wegebeläge aus Holz werden in unterschiedlichen Formen im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt. Es gibt Holzpflaster, Holzbohlen (gebraucht oder neu), Holzbretter mit Unterkonstruktionen, Holzroste oder Rindenmulchbeläge (naturfarben oder colouriert). Vorteilhaft für diese Form des Wegebelags sind natürliches Aussehen, geringes Gewicht und gute Kombinierbarkeit mit Natursteinen, Vegetation oder Wasser. Die teilweise geringe Lebensdauer, geringe Belastbarkeit oder die rutschigen Oberflächen bei Nässe sind hingegen als nachteilig zu bewerten. Grundsätzlich gilt bei Holzbelägen im Wegebau, dass eine Entwässerung gewährleistet, die Tragschicht gut durchlässig und das Holz möglichst kesseldruckimprägniert sein sollte.

 

Rindenmulch (Rindenhäcksel, Rindenschrott)
Rindenmulch ist die „zerkleinerte, fraktionierte und nicht fermentierte Rinde“ die in der Regel nicht kesseldruckimprägniert ist (vgl. Verwendung von Holz im Garten- und Landschaftsbau Seite 212). Er wird hauptsächlich aus Nadelhölzern hergestellt, kann aber auch aus allen anderen Bäumen gewonnen werden. Als Wegebelag wird er im Garten- Landschaftsbau im Wegebau, Fallschutz und Wegebelag auf Spielplätzen, für Trimmpfade und Waldwege eingesetzt.

Grundsätzlich gilt für Wege und Plätze aus Rindenmulch, dass diese nicht befahren werden können. Eine gute Entwässerung muss gewährleistet werden, ansonsten sind sie nicht nutzbar. Die Tragschicht sollte aus Kiessand der Körnung 0/32, 0/45 oder größer in einer Stärke von ca. 10 - 15 cm bestehen. Die Stärke der Deckschicht sollte etwa 10 cm betragen. Diese Wege sollten generell mit einer Randeinfassung hergestellt werden, um einen Eintrag des Rindenmulchs in angrenzende Flächen zu vermeiden. Der Einbau eines Trennvlieses zwischen Trag- und Deckschicht ist bei Wegen mit wenig Gefälle zur Vermeidung der Vermischung sinnvoll. Zusätzlich ermöglicht das Vlies eine bessere Erneuerung der Deckschicht und gewährleistet die langfristige Wasserdurchlässigkeit der Tragschicht. Bei starken Wegegefällen hingegen ist ein Vlies nicht ratsam da hier der Rindenmulch schnell abrutschen kann. Das Vlies ist wie eine Gleitschicht (siehe auch Verwendung von Holz im Garten- und Landschaftsbau Seite 212 f).

 

Ausblick - Werkstoffe aus Holz oder Holzverbindungen

Thermoholz
Thermoholz ist Laub- oder Nadelholz, das durch thermische Verfahren (Temperaturen von 160 – 230 °C) ohne weitere Hilfsstoffe erwärmt wird. Durch die Erwärmung werden dem Holz das Wasser und flüchtige Inhaltsstoffe entzogen sowie die Holzstruktur wesentlich verändert. Die Hohlräume im Holz werden geschlossen, so dass die mögliche Wasseraufnahme des Holzes reduziert wird. Dies erhöht die Dauerhaftigkeit des Holzes und verschlechtert gleichzeitig die Lebensbedingung von Pilzen und Insekten. Durch dieses Verfahren kann die Haltbarkeit von heimischen Hölzern, wie z. B. Buche, Esche oder Birke auf die Beständigkeit von Teak- Holz oder Eiche angehoben werden.

Vorteile gegenüber nichtthermisch behandeltem Holz sind unter anderem die erhöhte natürliche Dauerhaftigkeit, höhere Widerstandsfähigkeit gegen Holzzerstörende Faktoren, reduzierte innere Spannungen und bis zu 50 % geringere Quell- und Schwindmaße, was eine bessere Maßhaltigkeit bedingt.

Nachteile zeigen sich unter anderem in einer geringeren Resistenz gegenüber UV-Strahlung. Daher ist eine Verwendung von UV-Schutzmitteln notwendig, um einer Vergrauung vorzubeugen. Des Weiteren ist Thermoholz anfällig für den Befall mit Oberflächenpilzen. Die niedrige Elastizität bedingt eine Behandlung der Oberflächen mit Ölen oder Lasuren. Bei der Bearbeitung des Holzes kann es zudem beim Schleifen zu einer hohen Feinstaubbildung kommen. Eine Feinstaubmaske ist daher beim Schleifen von Thermoholz Pflichtig! Aufgrund des niedrigen pH-Wertes sind nicht rostende Schraubverbindungen aus V2A-Stahl zu verwenden.

Thermoholz wird im Freiraum im Bereich von beispielsweise Terrassenbelägen, Pergolen, Rankhilfen oder Möbeln eingesetzt. Thermoholz ist zwar kostspieliger als normales Holz, hilft aber auch noch effektiver die Tropenwälder zu schützen.

 

Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe (Wood-Plastic-Composites, WPC)
Alternativ zu „reinem“ Holz als Baustoff bieten sich Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe an. Sie bestehen zu 5 - 90 % aus Holz, in Form von Holzfasern, Holzspänen, Holzhackschnitzel und zu 2 – 70 % aus synthetischen Polymeren, Thermoplast, u.a. aus Bindemitteln, natürlichem Harz, Farbstoff, Fungiziden. Die Zusammensetzungen variieren in Abhängigkeit von der Einsatzbestimmung des Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffes. Da dieser zum Teil aus „Abfallprodukten“ wie den Holzspänen oder recycelten Kunststoffen bestehen, kann der Werkstoff auch als Recycling–Produkt bezeichnet werden (vgl. Verwendung von Holz im Garten- und Landschaftsbau Seite 238 f.)

Holz-Kunststoff-Verbundstoffe besitzen eine hohe Witterungsbeständigkeit und dementsprechend eine höhere Lebensdauer. Ihr Einsatz ist in Deutschland noch eher selten. In anderen Ländern werden diese Verbundstoffe im Freiraum unter anderem im Bereich der Möblierung, Bodenbeläge, Zäune oder Klettergerüste verwendet.

Literatur:

  • Tilman Sommerien „Konstruktiver Holzschutz an Bauelementen im Freien“, Neue Landschaft Ausgabe 6/05
  • M. Mahabadi, S. K. Hachenberg, Verwendung von Holz im Garten- und Landschaftsbau, Ulmer 2010
  • Lomer/ Koppen, Der Gärtner 4 Garten- und Landschaftsbau, 3. Auflage 2001/2009
  • Harm-Eckart Beier, Niesel, Pätzold (Hrsg.), Lehr-Taschenbuch für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, 6 Auflage 2003
  • Martin Frohmann (Hrsg.), Tabellenbuch für Landschaftsbauarbeiten, 2003
  • Lay, Niesel, Thieme-Hack (Hrsg.), Bauen mit Grün, 4. Neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2010

 

Autor: Sandra Herrenbrück Essen


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