01.
Apr
Arbeitsmethoden
2010
Auch unter den Gartenbaubetrieben gilt es das Überleben der Betriebe zu sichern. Es gibt verschiedene Schrauben, an denen ein Chef drehen kann, um das Überleben zu sichern. Viel Einfluss haben aber auch die Mitarbeiter.
Eine sicherlich sehr wichtige Schraube ist die Art und Weise wie eine Arbeit ausgeführt wird. Es gibt bekanntlich bei den meisten Zielen viele Wege, um sie zu erreichen. Oftmals sind es keine großen Fehler, sondern kleine Handgriffe, die auf Dauer viel Zeit kosten.
Einmal ein Beispiel aus meinem Baustellenalltag:
Wir hatten eine Baustelle, auf der wir etwa 300m² Basaltplatten in Drainagemörtel verlegen mussten. Eine Platte hat ungefähr 0,25m². Das heißt wir haben ca. 1200 Platten verlegt. Das ist schon eine große Zahl und bei so vielen Platten hat es Auswirkungen, wenn ich pro Platte nur eine Minute einsparen könnte. Da hätte ich 20 Arbeitsstunden gespart.
Gehen wir einmal davon aus, wir hätten dem Kunden einen Einheitspreis von 100€ pro Quadratmeter angeboten. Das heißt die gesamte Fläche würde 30000€ Kosten. Wenn ich nun die oben genannten 20 Stunden sparen könnte, so könnte ich in diesen 20 Stunden andere Arbeiten ausführen, die ich mit einem Stundenlohn von 40€ abrechnen könnte. Das wären also 800€ mehr Umsatz.
Wie kann ich aber Zeit einsparen?
Ich habe mir einmal Gedanken darüber gemacht und will ein paar Beispiele anführen:
- Wenn ich bei jeder Platte nach meinem Gummihammer, der Kelle oder der Wasserwaage suchen muss, weil ich sie hinter mich oder unter mich gelegt habe, verliere ich jeweils 3 Sekunden. Bei 1200 Platten ist das eine Stunde. Viel besser ist es daher, sein Werkzeug möglichst immer an die selbe Stelle zu legen. Also die Kelle immer rechts, ebenso den Gummihammer und die Wasserwaage immer links.
- Wenn ich jede Platte wieder wegnehmen muss, weil ich die Bettung nicht ordentlich abgezogen habe und Mörtel fehlt oder zu viel vorhanden ist, verliere ich sicherlich mehrere Minuten pro Wegnehmen. Sagen wir, ich verliere pro Wegnehmen 4 Minuten. Wenn ich also einen Weg finden würde, die Bettung genauer vorzubereiten, so dass ich mir 200 mal das Wegnehmen spare, entspricht das 800 Minuten oder 13 1/3 Stunden.
- Sagen wir, ich benötige im Schnitt 4 Minuten, um eine Platte zu nehmen, mit Haftschlemme einzustreichen und zur Verlegestelle zu bringen. Wenn ich es nun schaffe durch geschicktes Stellen der Plattenpaletten den Weg um 5 Sekunden zu verkürzen, wären das insgesamt 1 Stunde und 20 Minuten, die gespart würden.
Und so gäbe es sicherlich noch andere Möglichkeiten Zeit zu sparen. Und man könnte bestimmt mehr als eine Minute pro Platte an Zeit sparen.
Ich denke folgendes muss in unserem Alltag Eingang finden: Es ist nicht nur wichtig, dass die Arbeit getan wird, sondern auch wie die Arbeit getan wird. Deswegen lieber öfter mal nachdenken, als unnötig viel zu rennen.
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