24.
Mai

Augen auf als Gärtner

2010Eingetragen von MUlmer 0 Kommentare

Wie sich die Pflanzen entwickeln, finde ich dieses Jahr fast noch interessanter als letztes Jahr. Gerade ist durch das kalte Wetter natürlich ein gewisser Wachstumsstopp vorhanden, aber trotzdem ist es so schön, die einzelnen Pflanzen zu beobachten. Das fällt mir dieses Jahr auch besonders leicht, weil ich im April in meinem eigenen Garten zwei Staudenbeete angelegt habe. So kann ich jetzt jeden Tag einen Blick darauf werfen und genau sehen, wie sich die Neuanlagen so machen. Und das ist wirklich interessant! Vor allem weil ich natürlich nicht die altbekannten Standardpflanzen genommen habe. Da ein Großteil der Fläche nahezu im Vollschatten unter einer großen Haselnuss ist, habe ich auf verschiedene Wildstauden zurückgegriffen. Und das ist nun doppelt spannend, wenn man sieht, wie gut und robust die sich entwickeln.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wenn man einen Kundengarten betreut, dann besucht man den Garten meist in Abständen von mehreren Wochen und oft genug nur drei mal im Jahr. Da sieht man oft nur die Ergebnisse einer Entwicklung und nicht, wie es überhaupt dazu kam. Im eigenen Garten gibt es da mehr Möglichkeiten. Da kann man experimentieren und Erfahrung sammeln.
Erfahrung ist meiner Meinung nach überhaupt sehr wichtig. Man kann vieles theoretisch abhandeln, aber wie eine bestimmte Pflanze jetzt genau in meiner Gegend wächst, das ist oft wieder eine ganz andere Sache. Wenn ich mir bspw. nach diesem Winter die ganzen Photinien ansehe, dann weiß ich, dass ich diesen Strauch nicht verwenden möchte. Nur ganz wenige Exemplare habe ich bisher gesehen, die nicht furchtbar mitgenommen aussehen. Oder eine andere Sache sind die Hortensien. Bei mir im Garten habe ich eine Hortensie bei der jetzt erst die Knospen aufbrechen. Vor einem Monat hatte sie noch keine einzige Knospe. Ich wollte sie schon fast roden. Und zur selben Zeit habe ich schon Hortensien gesehen, die bereits richtig grün waren. Und das waren auch Hydrangea macrophylla. Nach einem solch harten Winter ist manches ein bisschen anders. Das lernt man aber wahrscheinlich kaum in der Schule, sondern nur, wenn man seine Augen aufmacht und beobachtet.
Heute gab es zu dem Thema einen lustigen Spaziergang mit meinen Schwiegereltern. Normalerweise bin ich derjenige, der bei jedem zweiten Baum stehen bleibt. Aber diesmal war es meine Schwiegermutter, die immer wissen wollte, was das jetzt für ein Baum ist. Es scheint so, als ob das ansteckend wäre. ;)
In diesem Sinne kann ich als nur sagen: Augen auf als Gärtner!

 

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