06.
Jul

Vom Fehler machen

2009Eingetragen von MUlmer 0 Kommentare

Seit einer Woche haben wir eine neue Baustelle angefangen. Es handelt sich um einen Garten für einen Neubau. Den ersten Bauabschnitt – die Einfahrt – haben wir bereits vor eineinhalb Jahren fertiggestellt. Dann gab es erst einmal einen Baustopp und nun geht es endlich weiter.

Das spannende ist, dass das die erste Baustelle unserer neuen Kolonne ist. Und so wird das ganze auch eine Bewährungsprobe vor dem Chef für unseren Meister sein. Dem entsprechend motiviert ist der und wir Azubis müssen deswegen Gas geben.
Leider klappt das nicht immer so, wie man sich das vornimmt. Die Terrasse, die wir Azubis letzte Woche fertig machen sollten, ist nicht fertig. Wir mussten zweimal  15m² Platten nochmal aufnehmen, weil es nicht so gepasst hat, wie es hätte sein sollen.  Beim dritten Mal hat unser Meister jeden Schritt beim Abziehen kontrolliert und danach sah es besser aus. Ich verstehe zwar noch immer nicht ganz warum, aber so ist es eben manchmal. Man macht im Prinzip genau dasselbe, aber das Ergebnis ist ein anderes.
Meiner Meinung nach ist ein wesentlicher Grund, dass man dazu neigt an den falschen Stellen ungenau zu arbeiten. Bei einem Schnurgerüst darf es einfach keine Ungenauigkeiten geben.
 
Hier einmal eine Skizze der Terrassengrundfläche:
Terrassenskizze
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Problem an dieser Terrasse ist, dass man verschiedene Gefälle zu beachten hat. Man hat am Punkt 1 vom Haus vorgegeben in zwei Richtungen kein Gefälle. Allerdings existiert ein Gefälle von einem Prozent auf der rechten Seite an Punkt 2. An der Terrassenkante bei Punkt 2 habe ich also ein Gefälle, aber links, an Punkt 1 habe ich kein Gefälle, sondern muss im Wasser verlegen. Diesen Unterschied im Gefälle muss ich also vermitteln.
Noch besser wird es aber, wenn man beim Verlegen zu Punkt 3 kommt. Denn hier habe ich am Haus auch wieder die Vorgabe im Wasser zu verlegen und dann aber an der linken Kante natürlich ein viel höheres Gefälle. Nur so ist es möglich auf der wesentlich kürzeren Strecke von der Hauskante zur unteren Terrassenkante auf dasselbe Niveau zu gelangen wie auf der rechten Seite. Denn die untere Kante muss dann im Wasser liegen.
Letztlich kippt die ganze Terrasse in Richtung des rechten unteren Ecks. Und das ganze muss natürlich stimmen, damit das Wasser auch ablaufen kann.
 
Bei so einer Aufgabe ist es einfach notwendig, dass man Schnurgerüste und das Abziehen ohne Probleme beherrscht. Und wenn es dann mal schief läuft, darf man nicht aufgeben. Man sollte versuchen seinen Fehler zu finden, die Standpauke des Kapos akzeptieren und es sich nochmal von ihm erklären lassen.  Niemand sollte in solchen Fällen die Schuld auf irgendjemand anders schieben und behaupten, er hätte keinen Fehler gemacht. Denn wenn man keinen Fehler gemacht hätte, dann müsste das Ergebnis stimmen, oder?
In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg beim Fehler machen und daraus lernen. Denn daraus lernen sollte man unbedingt.

 

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