26.
Apr
Wenn ich nochmal anfangen würde...
2010
Heute möchte ich einen kleinen Rückblick geben. Dabei möchte ich einfach etwas darüber nachdenken, was ich heute anders machen würde, wenn ich nochmals mit der Ausbildung anfangen würde. Aber natürlich erwähne ich auch das, was ich wieder so machen würde.
Damit das gleich zu Anfang klar ist: Ich würde wieder eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner beginnen, wenn ich nochmals vor der Wahl stünde. Es ist und bleibt ein sehr abwechslungsreicher und interessanter Beruf.
In meinem ersten Beitrag in diesem Blog habe ich allerdings bereits über eine Schwäche der Landschaftsgärtner gesprochen: Manchmal meinen wir, wir könnten alles machen. Und dieses Problem sehe ich auch heute noch. Manchmal ist weniger mehr. Wobei ich denke, dass das während der Ausbildung noch nicht so ein großes Thema ist. Während der Ausbildung ist es auf jeden Fall gut, wenn man alles lernt, was man nur mitnehmen kann.
Nun möchte ich etwas zum Thema Pflanzen sagen:
Hier würde ich auf jeden Fall etwas anders machen. Ich würde von Anfang an konsequent das Bestimmen von Pflanzen üben. Wenn ich jetzt durch die Straßen gehe, habe ich das Gefühl einer gewissen Ordnung in meinem Kopf. Ich erkenne viele Pflanzen und die unbekannten Pflanzen kann ich wenigstens einer Richtung zuordnen. Und so lerne ich jetzt auch relativ leicht neue Pflanzen und habe einfach immer wieder Erfolgserlebnisse. Aber es wäre doch besser gewesen, wenn ich dieses Level der Pflanzenkenntnis schon früher erreicht hätte. Denn dann wäre die Prüfungsvorbereitung wesentlich einfacher. Und zusätzlich würden die Pflanzen dann auch für die Zukunft noch besser im Kopf bleiben.
Was die Praxis auf der Baustelle angeht, ist es wahrscheinlich schwierig, bestimmte Grundsätze zu formulieren. Denn jeder Betrieb ist anders und das hat teilweise große Auswirkungen auf die persönliche Ausbildung. Im Nachhinein bin ich bei der Betriebswahl etwas blauäugig gewesen. Ich habe es nicht schlecht erwischt, aber es hätte wahrscheinlich auch bessere Betriebe gegeben. Es ist allerdings schwierig, vor der Ausbildung zu wissen, ob ein Betrieb gut ausbildet oder nicht. Von daher sollte man bei der Betriebswahl wirklich vorsichtig sein. Leider kenne ich auch Azubis, die alle Freude an der Ausbildung aufgrund ihres Betriebs verloren haben.
Vorausgesetzt, das Arbeitsklima auf der Baustelle ist nicht ganz miserabel, liegt es meiner Meinung an jedem persönlich, wie viel er täglich lernt. Zumindest hat da jeder selbst einen großen Anteil daran. Wenn ich von Anfang an versuche, mit dem Kopf bei der Sache zu sein und aufmerksam den Gesprächen der Kollegen zuhöre, werde ich viel mehr und schneller lernen. Am Anfang ist man meistens erst einmal damit beschäftigt, seine eigene Arbeit zu tun. Aber ich selbst habe viel davon profitiert, dass ich versucht habe den ungefähren Baustellenablauf im Kopf zu haben. Der größte Vorteil ist, dass man dadurch gleich die Arbeitsschritte für bestimmte Arbeiten lernt und diese Arbeiten dann schnell selbstständig erledigen kann.
Ich denke, jeder Auszubildende möchte früher oder später einmal eine Arbeit ganz alleine fertigstellen. Das kann der erste eigene Hauseingang sein oder der erste selbstständig geschnittene Baum. Je nach Vorarbeiter geht dieser Wunsch aber manchmal kaum in Erfüllung. Ich denke aber, dass es einem Vorarbeiter wesentlich leichter fällt, diesen Wunsch zu erfüllen, wenn er sieht, dass man mit dem Kopf immer bei der Sache ist.
Soweit einmal für heute. Bei Gelegenheit einmal mehr zu dem Thema.
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