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Aesculus hippocastanum

Aesculus hippocastanum

Das wir die Rosskastanie als einheimischen Baum betrachten ist an sich nicht richtig, denn das Verbreitungsgebiet der Rosskastanie liegt in den Gebirgen Griechenlands, Albaniens und Bulgariens. Allerdings ist A. hippocastanum seit dem 16. Jahrhundert in Mitteleuropa, so auch bei uns, eingebürgert.

Etwa 13 Arten umfasst die Gattung Aesculus, deren Arten in Nordamerika, Südosteuropa und Ostasien verbreitet sind. In der Mehrzahl sind es großkronige Bäume mit großen, gegenständigen, handförmig geteilten Blättern. Aesculus hippocastanum ist ein großer Baum (25 bis 30 m hoch) mit breiter (15-20 m breit) bis hochgewölbter, dicht geschlossener Krone, deren untere Zweigpartien im Alter malerisch überhängen. Die sommergrünen Blätter sind gegenständig angeordnet. Blattstiel und Spreite sind je 10 bis 20 cm lang. Die Spreite ist handförmig, 5 bis 7teilig, dunkelgrün, die Herbstfärbung leuchtend gelb bis braun. Die weißen, gelbrot gefleckten Blüten stehen in 20 bis 30 cm langen aufrechten Rispen. Interessant ist der „Farbwechsel“ der Blüte, die Saftmale sind zuerst gelb, später ziegel- bis karminrot. Die gelbe Färbung, die gleichzeitig mit einem bestimmten Geruch verbunden ist, dient den Bienen und Hummeln zur Orientierung. Blütezeit ist der Mai. Die Früchte sind groß und stachelig und enthalten 1 bis 2 glänzend dunkelbraune Samen, die Kastanien.

Verwendung
Für den normalen Garten ist die Rosskastanie nicht geeignet. Es ist ein typischer Parkbaum, der nur in absolutem Freistand zur Wirkung kommt. Im Frühling sind längere Zweige ein beliebter Schmuck für Bodenvasen. Kastanienblüten produzieren viel Nektar, daher sind die Bäume eine gute Bienenweide. An den Boden werden keine besonderen Ansprüche gestellt, doch sind Kastanien empfindlich gegen Oberflächenverdichtungen. Ideal ist ein tiefgründiger, nährstoffreicher, schwach saurer bis alkalischer Boden. Empfindlich ist die Rosskastanie gegen Immissionen und Salz.

Vermehrung
Die Art wird in der Regel durch Aussaat vermehrt. Die Aussaat erfolgt meist unmittelbar nach der Ernte im September-Oktober oder nach feuchter Lagerung im Frühjahr, denn bei trockener Lagerung verlieren sie rasch ihre Keimkraft. Die Aussaat selbst geschieht in Rillen, dabei sollen die Samen mit dem Nabel nach unten ausgelegt werden. Ein Schutz vor Spätfrösten ist angebracht.

Literatur:
Bärtels, Andreas: Der Baumschulbetrieb. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 3-8001-5139-1
Bärtels, Andreas: Enzyklopädie der Gartengehölze. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 3-8001-3198-6
Bärtels, Andreas: Gehölze für den Garten. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 3-8001-6536-8
Bärtels, Andreas: Gehölzvermehrung. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 3-8001-5287-8

 

Wolfgang Kawollek


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